„Wässerwiesen“
Zu dieser Zeit wurden mittels ausgeklügelter Bewässerungssysteme die
Wiesen im Frühjahr mit nährstoffreichem Flusswasser unter Wasser
gesetzt. Der Boden der „Wässerwiesen“ wurde auf diese Weise aufgetaut
und gedüngt, so dass das Pflanzenwachstum früher in Gang kam.
Die heutige intensive Landwirtschaft konnte dagegen nicht mehr im
Hausener Aachried Fuß fassen. Die Grenzertragsböden des Rieds ließen
weitergehende Dränagen und Dünung nicht zu. Hochstauden, Schilf und
Teile des alten Auwaldes begannen sich auszubreiten.
Tiere
und Pflanzen
Die nur einmal im Jahr gemähten mageren Pfeifengras-Streuwiesen
beherbergen eine große Artenvielfalt. Neben fleischfarbenem Knabenkraut
wachsen Teufelsabbiss oder viele weitere Arten, die an die
Nährstoffarmut dieses Lebensraums angepasst sind.
Die ausgedehnten Wiesenflächen dienen als Rast-, Überwinterungs-,
Brut- und Nahrungsraum für bedrohte Wiesenvögel wie Wachtel, Schwarz-
und Braunkehlchen, Kiebitz oder Grauammer. Vogelarten wie der Große
Brachvogel oder die Bekassine, die sehr hohe Anforderungen an ihren
Lebensraum Feuchtwiese stellen, brüten dagegen seit 1975 nicht mehr im
Hausener Aachried. Für die Landwirtschaft wird die Lage im Bereich des
Hausener Aachrieds immer schwieriger. Selbst mit staatlichen Zuschüssen
lohnt sich vielerorts die Wiesenmahd nicht mehr, die aber unabdingbar
ist.
Der Text wurde freundlicherweise von der AKTION
NATURPATE zur Verfügung gestellt.
[Aktion Naturpate] |