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  Foto: Evelyn Kölzer

Wertvolle Feuchtwiesen

 Im Tal der Hegauer Aach liegt auf halbem Weg zwischen Aachtopf und Bodensee das „Hausener Aachried“. Bereits 1979 wurden am nördlichen Stadtrand von Singen rund 50 ha wertvolle Feucht- und Streuwiesen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Das Hausener Aachried ist ein beliebtes Naherholungsgebiet mit einer bemerkenswerten Lebensraumvielfalt.

 Zur Geschichte

 Zum Ende der letzten Eiszeit haben gewaltige Schmelzwasserströme die heutige Hegauer Talniederung und die Singener Schotterebene geformt. Dir Urlandschaft wurde von Sümpfen, Niedermooren und jährlich überfluteten Auwäldern bestimmt.

Im frühen Mittelalter wurden große Bereiche dieser Aue gerodet und vom Menschen mehr schlecht als recht als Weite- und Wiesenland genutzt. Erst nach Entwässerungen und der Einführung der Mineraldüngung im 19. Jahrhundert konnte das Aachried als 2- bis 3-schnittige Wiesen wirtschaftlicher genutzt werden.

 

 
 

„Wässerwiesen“

 Zu dieser Zeit wurden mittels ausgeklügelter Bewässerungssysteme die Wiesen im Frühjahr mit nährstoffreichem Flusswasser unter Wasser gesetzt. Der Boden der „Wässerwiesen“ wurde auf diese Weise aufgetaut und gedüngt, so dass das Pflanzenwachstum früher in Gang kam.

Die heutige intensive Landwirtschaft konnte dagegen nicht mehr im Hausener Aachried Fuß fassen. Die Grenzertragsböden des Rieds ließen weitergehende Dränagen und Dünung nicht zu. Hochstauden, Schilf und Teile des alten Auwaldes begannen sich auszubreiten.

 Tiere und Pflanzen

 Die nur einmal im Jahr gemähten mageren Pfeifengras-Streuwiesen beherbergen eine große Artenvielfalt. Neben fleischfarbenem Knabenkraut wachsen Teufelsabbiss oder viele weitere Arten, die an die Nährstoffarmut dieses Lebensraums angepasst sind.

Die ausgedehnten Wiesenflächen dienen als Rast-, Überwinterungs-, Brut- und Nahrungsraum für bedrohte Wiesenvögel wie Wachtel, Schwarz- und Braunkehlchen, Kiebitz oder Grauammer. Vogelarten wie der Große Brachvogel oder die Bekassine, die sehr hohe Anforderungen an ihren Lebensraum Feuchtwiese stellen, brüten dagegen seit 1975 nicht mehr im Hausener Aachried. Für die Landwirtschaft wird die Lage im Bereich des Hausener Aachrieds immer schwieriger. Selbst mit staatlichen Zuschüssen lohnt sich vielerorts die Wiesenmahd nicht mehr, die aber unabdingbar ist.
 

 Der Text wurde freundlicherweise von der AKTION NATURPATE zur Verfügung gestellt.

[Aktion Naturpate]

 

 
     
Haftungsausschluss Letzte Aktualisierung 22.06.2006